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Lauf, Tim, Lauf!

Es ist passiert, ich bin die vollen 42,125 KM gelaufen.

Aber zunächst von vorne. Ich hatte mich im Hostel Frankfurt eingemietet. Schon fast zu zentral, denn es war nur 15 Meter vom Bahnhof entfernt, was die Parkplatzsuche schwierig gestaltete. Aber davon ab ein super Hostel. Die Räume einfach, aber ausreichend, die Leute, die dort arbeiteten waren wirklich sehr nett und auch das Publikum war ein bunt gemischter Haufen. Dazu gab es noch so tolle Sachen wie eine “Pasta Party”, bei der vom Hostel aus alle Nudelgerichte umsonst ausgegeben wurden. Sowieso war die Stadt viel schöner, als ich sie in Erinnerung hatte. Inzwischen war die Zeil (auch Einkaufsstraße) wieder zu und auch sonst wirkte alles einfach netter.

Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden und auch direkt zum Startpunkt hin. Da auch dieser direkt in der Innenstadt war, kein großes Problem. Was mir besonders an der ganzen Organisation dort gefallen hat war die Herzlichkeit der Leute. Als ich bei einer Frau nachfragte, wo man einen Apfel kaufen könne, zog sie nur einen Joghurt aus ihrem Rucksack und entschuldigte sich noch dafür, dass es kein Apfel war. Zu diesem Zeitpunkt kamen auch meine Eltern, die mich während des Laufes unterstützen wollten. Dafür sind sie schon in den frühesten Morgenstunden in Herne losgefahren. Ohne den Zuspruch hätte ich es auch nicht geschafft.

Da es mein erster Marathon war, musste ich aus den hintersten Plätzen starten. Ich stand mit einem interessanten Grüppchen dort. Man meint nicht, wie viele ältere Menschen mit diesem Sport anfangen. Teilweise waren die Leute jenseits der 60. Da ich so weit hinten war, dauerte es auch 15 Minuten von Startschuss bis zum Überqueren der Startlinie. Atemberaubend, wie viele Leute dort stehen und einem zujubeln. Allein dafür lohnt sich die Teilnahme. Von den Endorphinen getragen machte ich den absoluten Anfängerfehler und startete zu schnell. Ich habe zwar das Tempo später wieder zurückgefahren, aber ich merkte doch den ganzen Lauf über, dass manche Energiereserve nicht mehr da war. Bei Kilometer 31 hat dann auch noch mein Bein gekrampft. Aufgeben war aber keine Option mehr und so schleppte ich mich durch die Straßen. Man meint gar nicht, wie sehr einen dann die Leute unterstützen. Ich war für jeden Zuruf dankbar. Am Ende kamen dann noch einmal die Glückshormone zum Vorschein. Teils der Gedanke, dass die Schmerzen gleich aufhören, teils der Gedanke, die große Leistung geschafft zu haben, haben mich über die Ziellinie getragen. Ich war noch nie so Dankbar, einen Teller Suppe zu bekommen.

Welche Lehre ziehen wir daraus? War es schmerzhaft? Ja, die Schmerzen waren schlimmer, als vorgestellt. War es schön? Auf alle Fälle! Die Eindrücke werde ich wohl nie vergessen und es macht mich ein bisschen stolz, auf die Landkarte zugucken und dort sehen zu können, was ich da abgelaufen habe.

Wer den Einlauf sehen will, hier ist der Link

Abschied Frankfurt

Inzwischen habe ich mich zwar schon wieder gut in meiner Heimat eingelebt, aber ich will doch noch ein paar Worte zu meinem Abschied aus Kriftel schreiben.

Die Zeit in Frankfurt war sehr interessant für mich. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, die mich glücklicher machen. So weiß ich jetzt, dass der Computer gar nicht sooo wichtig ist, wie immer geglaubt. Ich habe unheimlich viele unnötige Dinge aus meinem Leben geschmissen.

Das Praktikum war ein Traum. Es war wirklich dieses “Nette Kollegen, interessante Arbeit und das Gefühl, wirklich was zu bewegen”-Praktikum, von dem man manchmal in Geschichten hört. Danke Infraserv, ich kann euch nur empfehlen.

Dennoch war ich froh, dass ich da weg bin. Nicht, wegen des Praktikums, sondern wegen meiner Bleibe. Auch eine Erfahrung, die man wohl mal gemacht haben sollte, aber auch eine, die man zeitlich nicht ausdehnen will. Ich glaube, mit so einem manischen Grinsen ist dort noch niemand ausgezogen :)

Aber alles in allem war es eine schöne Zeit und Frankfurt ist und bleibt eine schöne Stadt. Selbst mit den Hessen, über die ich anfangs so gestöhnt habe, kam ich am Ende gut aus.

Kein Computer

Ich habe ja relativ lange nichts geschrieben, aber das hat einen Grund: Ich bin (zwangsweise) auf Informations-, genauer Internetdiät.

Das ist kein freiwillig gewählter Zustand, mein Computer fährt nicht mehr hoch. Ärgerlich an der Sache ist, dass ich zu 99% Wahrscheinlichkeit weiß, wie ich diesen Zustand beheben kann, mir dafür aber eine CD fehlt, die zu Hause liegt. Gravis wollte mir in dieser Sache nicht weiter helfen. Das einlegen der CD und das Drücken der zwei Knöpfe im Folgendem hätte dort 3 Tage gedauert und 60 € in Anspruch genommen. Das war mir dann doch etwas viel. Aber besagte CD wurde mittels Hilfe (Danke, Eltern) der Post übergeben und müsste heute Abend ankommen.

Das Ganze hat aber auch sein Gutes. Es ist eine vollkommen neue Erfahrung, Zeit zu haben. Es ist nämlich normalerweise bei mir so, dass ich nach Hause komme, mich an den Computer setzte und irgendwas mache. Ob das irgendwelches sortieren ist oder einfach nur im Internet zu surfen. Wenn man davon abgeschnitten ist, kommt man doch ins Nachdenken, ob das alles wirklich so wichtig ist. Statt dessen lese ich gerade ein Buch. Und ich muss sagen, dass ich es wohl nicht durchgehalten hätte, hätte ich Ablenkung gehabt. Es handelt sich nämlich um eine 900 Seiten Schwarte, die dazu auch noch sehr langsam anfängt. Aber es lohnt sich. Das Buch ist von Neal Stephenson und heißt Anathem, falls jemand nachschauen will. Ich kann es nur empfehlen.

Essen in der Ferne

Wieder einmal eine kleine Selbstbeobachtung:

Zieht es mich praktikumsmäßig von Zuhause weg, verändert sich meine Ernährung.

Um die Familie zu beruhigen: Eigentlich ernähre ich mich dann super gesund. Ich esse brav meine zwei bis vier Obstteile am Tag und achte auch sonst auf eine ausgewogene Ernährung. Ich trinke sogar jeden Tag einen Liter Tee (grün) und 2 Liter Wasser. Aber das meine ich nicht mit Veränderung, das mache ich in Ansätzen auch Daheim (“gesund, wie langweilig”, ich weiß).

Ich finde, beim Einkaufen auf mich allein gestellt und nur für mich einkaufend, neue Lieblingslebensmittel. In Papenburg (Meyerwerft) war das der komische Grüntee aus dem Tetrapack. Ich habe da wahrscheinlich so viel von getrunken, dass mein Zuckerspiegel heute noch davon zerrt. In Japan hatte ich natürlich ganz viele neue Sachen, von denen ich nicht genug kriegen konnte. Speziell aber hat es mir ein Pudding angetan, von dem ich wirklich fast täglich gegessen habe. Ich glaube, der Pudding sollte eine Mischung aus Vanille, Flan und Kaffeegeschmack sein und hatte eine sehr leckere süße Kondensmilchsahne.

Hier ist mein Lebensmittel der Wahl eindeutig und es heißt Nissin Nudeln. Mein Gott, wie sehr danke ich dem Herrn Nissin für diese kulinarische Offenbarung. OK, zugegeben, wirklich eine kulinarische Offenbarung ist es nicht. Aber man muss die Simplizität des ganzen bewundern. Heißes Wasser drauf, 3 Minuten warten und Nudelsuppe ist fertig. Und dabei noch relativ lecker. Für Essen, dass länger haltbar ist als die Bundeswehr Kehrpakete schmeckt sogar das, was Fleischeinlage symbolisieren soll, erstaunlich fleischig.