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Ein Hoch auf Steno

Eine kleine Einführung für die, die es noch nicht wissen:
Ich suche mir jede Woche ein neues “Thema”, für das ich mich interessiere.

Das könen Sachen sein, die praktisch sind (wie Geldanlage, Biochemie oder Mathematik), aber auch welche, die eher “speziell” sind (wie Go, Kochen oder Kunst).

Diese Woche ist Stenographie an der Reihe. Zu welcher Kategorie das nun gehört, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht.

Ich finde das System dahinter sehr interessant. Eine Schrift, die nur darauf ausgelegt ist, dass sie schnell geschrieben werden kann. Wenn man sich erst einmal ein wenig eingearbeitet hat, weiß man es wirklich zu schätzen und man fragt sich unwillkürlich, wer sich diese ganze Semantik ausgedacht hat. Denn sie funktioniert. So werden z.B. Vokale gar nicht mehr als Zeichen ausgeschrieben, sondern nur durch die Position der Konsonantenzeichen angedeutet.

Ich bringe mir Steno durch das Buch “Stenographie im Selbstunterricht” von Hans Klaus bei. Und bei den ganzen Selbstunterrichtbüchern, die ich bisher gelesen habe, sticht dieses sehr positiv hervor. Was mir gefällt, ist, dass es neben den üblichen Theorie- und Praxisteilen auch im Text immer wieder den Lernfluss einer normalen Person berücksichtigt. So kommt oftmals im Text ein Satz wie “Denken sie daran, was sie in Kapitel xq gelernt haben” vor und es wird noch einmal kurz der Teil wiederholt. Oder kleine Sätze, die auch gut aus 1984 stammen könnten. “Arbeiten sie gründlich!”, “Nehmen sie sich 1 Stunde für jede Lektion Zeit!” oder “Wiederholen sie gewissenhaft”. Mitten im Lerntext. Ich finde das System gut, da man so immer wieder vor Schlampigkeit beim Lernen bewahrt wird.

Ein bisschen Schade an der Sache ist, dass die Stenographie scheinbar ausstirbt. Da auch Sekretärinnen (nennt man sie noch so?) sie nicht mehr lernen müssen, fällt das typische Klientel weg. Selbst, als ich in der Meyerschen nach Lernmaterial angefragt habe, habe ich nur ein Schulterzucken geerntet.

Essen in der Ferne

Wieder einmal eine kleine Selbstbeobachtung:

Zieht es mich praktikumsmäßig von Zuhause weg, verändert sich meine Ernährung.

Um die Familie zu beruhigen: Eigentlich ernähre ich mich dann super gesund. Ich esse brav meine zwei bis vier Obstteile am Tag und achte auch sonst auf eine ausgewogene Ernährung. Ich trinke sogar jeden Tag einen Liter Tee (grün) und 2 Liter Wasser. Aber das meine ich nicht mit Veränderung, das mache ich in Ansätzen auch Daheim (“gesund, wie langweilig”, ich weiß).

Ich finde, beim Einkaufen auf mich allein gestellt und nur für mich einkaufend, neue Lieblingslebensmittel. In Papenburg (Meyerwerft) war das der komische Grüntee aus dem Tetrapack. Ich habe da wahrscheinlich so viel von getrunken, dass mein Zuckerspiegel heute noch davon zerrt. In Japan hatte ich natürlich ganz viele neue Sachen, von denen ich nicht genug kriegen konnte. Speziell aber hat es mir ein Pudding angetan, von dem ich wirklich fast täglich gegessen habe. Ich glaube, der Pudding sollte eine Mischung aus Vanille, Flan und Kaffeegeschmack sein und hatte eine sehr leckere süße Kondensmilchsahne.

Hier ist mein Lebensmittel der Wahl eindeutig und es heißt Nissin Nudeln. Mein Gott, wie sehr danke ich dem Herrn Nissin für diese kulinarische Offenbarung. OK, zugegeben, wirklich eine kulinarische Offenbarung ist es nicht. Aber man muss die Simplizität des ganzen bewundern. Heißes Wasser drauf, 3 Minuten warten und Nudelsuppe ist fertig. Und dabei noch relativ lecker. Für Essen, dass länger haltbar ist als die Bundeswehr Kehrpakete schmeckt sogar das, was Fleischeinlage symbolisieren soll, erstaunlich fleischig.