HamMUN

Ein bisschen spät, aber ich wollte doch trotzdem ein bisschen zu meinem Aufenthalt in Hamburg schreiben.

Letztes Wochenende war ich auf der HamMUN, einer MUN (für Model United Nations) in Hamburg. MUNs simulieren im Kleinen die Vorgänge innerhalb der UNO, einem wird ein Komitee und ein Land zugewiesen und man hat diese Meinung dann nach bestem Wissen zu vertreten. Ich habe Pakistan abbekommen, daher war das gar nicht so einfach. Aber von vorne.

Wieder einmal hatten wir riesiges Glück mit dem Hotel. Wir sind in der “Kogge” untergekommen, die nur eine Straße von den Landungsbrücken und drei von der Reeperbahn entfernt war. Es war billig, sauber und trotz gegenteiliger Behauptung des Besitzers leise. Pluspunkte waren auch eben dieser Besitzer und die im Hotel vorhandene Bar, die allerhand Hamburger Urgestein beherbergte.

Uns wurde aber gar nicht so viel Gelegenheit gegeben, sich dort aufzuhalten, da das Wochenende wirklich ganz im Zeichen der MUN stand. Schon am ersten Abend, als wir ankamen, wurde besprochen, welches von den zur Auswahl stehenden Themen behandelt werden sollte. Ich war im UNEP (United Nations Environment Programme) und es standen Wasser und regenerative Energien zur Verfügung. Da Wasser in Pakistan knapper ist, habe ich mich dafür eingesetzt und das Thema kam auch durch. Die nächsten drei Tage wurde also intensiv über eine Lösung des Problems gestritten, verschiedene Positionen ausgetauscht und am Ende wurden sogar zwei Resolutionen zu dem Thema verabschiedet.

Die Diskussion ist dort stark reglementiert, da etwas anderes bei einer Gruppe aus immerhin 40 Ländern gar nicht möglich wäre. Es gibt grundsätzlich drei Modi. Die ganz normale Sitzung, in der jedem Redner eine bestimmte Redezeit (bei uns meist 2 Minuten) zugeteilt wird und er in dieser Zeit auch Fragen beantworten kann, den moderierten Caucus, in dem ein bestimmtes Thema in moderierter Diskussion besprochen wird, und den unmoderierten Caucus, in dem man sich ganz frei bewegen kann. Im unmoderierten Caucus werden dann auch eigentlich die wichtigsten Sachen verabredet und auch die Resolutionen geschrieben. Es war wirklich interessant, das Wechselspiel der Modi und auch der Personen dort zu erleben.

Aber es war nicht nur alles “Arbeit”, es gab auch ein wirklich gutes Abendprogramm. Während wir am Donnerstag Abend noch ein bisschen Sightseeing in Hamburg machen konnten, ging es am Freitag in die Disko “Quer”, in der eine wirklich, wirklich gute Rockabilly-Liveband spielte. Am Samstag war dann Ball angesagt. Ich dachte ja schon zuerst, ich wäre der einzige Verrückte, der eine Fliege dabei hatte, aber weit gefehlt. Manche sind sogar in Paradeuniform aufgelaufen.

Insgesamt war das Wochenende wirklich ein schönes Erlebnis. Ich kann eigentlich jedem nur empfehlen, mal an einer MUN teilzunehmen. Lehrreich und lustig, was gibt’s besseres?

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One Comment

  1. Henning Blunck December 7, 2009

    Sag ich doch ;-)

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